Allgemeine Geschäftsbedingungen

1. Geltungsbereich und Anwendbarkeit

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen („AGB") regeln das Software-as-a-Service (SaaS)-Verhältnis zwischen der Trusq GmbH i.G. mit Sitz in der Lohestraße 31, 90425 Nürnberg (nachfolgend „Anbieter") und ihren Kunden bezüglich der Nutzung der gehosteten Anwendung „Trusq" (nachfolgend „Software").

Die Leistungen des Anbieters richten sich ausschließlich an Unternehmer, Gewerbetreibende und juristische Personen (B2B) im Sinne des § 14 BGB. Diese AGB gelten nicht für Verbraucher im Sinne des § 13 BGB.

Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Bedingungen des Kunden werden nur dann Vertragsbestandteil, wenn der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt hat.

1.1 Vertragsschluss

Die Darstellung der Software auf der Website des Anbieters stellt kein rechtlich bindendes Angebot dar, sondern eine Aufforderung an den Kunden zur Abgabe eines Angebots (invitatio ad offerendum).

Durch Abschluss des Registrierungsprozesses und Anklicken des Buttons „Bestellen" oder „Registrieren" gibt der Kunde ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Vertrages ab. Der Vertrag kommt erst zustande, wenn der Anbieter dieses Angebot durch Zusendung einer Auftragsbestätigung per E-Mail annimmt oder dem Kunden den Zugang zur Software bereitstellt.

2. Erbrachte Leistungen

Der Anbieter gewährt dem Kunden gegen Entgelt Zugriff auf Trusq über eine Remote-Webverbindung. Trusq ist eine ticketbasierte Support-Plattform, die KI-gestützte Automatisierung und Multi-Channel-Kommunikation (einschließlich WhatsApp- und Instagram-Integrationen) beinhaltet.

Die spezifischen Funktionen, Optionen und Preise hängen von dem vom Kunden bei der Registrierung gewählten Serviceplan ab.

Die Software wird zentral auf den Servern des Anbieters gehostet. Der Kunde ist für eine ausreichende Internetverbindung und die Nutzung eines modernen, unterstützten Webbrowsers verantwortlich.

Der Anbieter behält sich das Recht vor, die Software kontinuierlich zu aktualisieren, zu verbessern und an technologische Entwicklungen anzupassen. Der Kunde hat Zugriff auf die jeweils aktuelle Version, kann jedoch keinen Anspruch auf die Nutzung spezifischer zukünftiger Versionen erheben, die nicht ausdrücklich im ursprünglichen Plan enthalten sind.

Der Anbieter garantiert eine durchschnittliche jährliche Verfügbarkeit von 99,85 % am Übergabepunkt der Software. Dieses Service Level Agreement (SLA) schließt geplante Wartungsfenster (die der Anbieter vorab ankündigt) sowie Ausfallzeiten aufgrund höherer Gewalt oder Infrastrukturausfällen Dritter außerhalb der direkten Kontrolle des Anbieters aus.

Für die Dauer des Vertrages wird dem Kunden eine eigene Mandantenumgebung (z. B. kunde.trusq.de) und eine entsprechende E-Mail-Infrastruktur zugewiesen. Diese spezifische Kennung wird nach Vertragsende freigegeben und kann anderen zur Verfügung gestellt werden.

3. Kundensupport

Der Anbieter bietet technischen Support per E-Mail, über ein dediziertes Webportal und telefonisch an, abhängig von der vereinbarten Servicestufe.

Supportanfragen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet. Telefonischer Support ist während der normalen Geschäftszeiten in Deutschland verfügbar, ausgenommen Wochenenden, TARGET2-Feiertage und gesetzliche Feiertage.

4. Datenspeicherung und -verarbeitung

Der Anbieter stellt dem Kunden Serverspeicherplatz für den Betrieb der Software zur Verfügung. Der Anbieter stellt lediglich die Speicherinfrastruktur bereit; der Kunde behält die volle Kontrolle und Verantwortung über die Inhalte, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die rechtskonforme Archivierung seiner Daten.

Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten bleibt der Kunde Verantwortlicher im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und anderer geltender Datenschutzgesetze. Der Anbieter handelt ausschließlich als Auftragsverarbeiter und folgt den dokumentierten Anweisungen des Kunden.

Jegliche Datenübertragung zwischen Kunde und Anbieter wird durch branchenübliche Verschlüsselungsprotokolle (z. B. HTTPS) gesichert.

5. Sicherheit und Datensicherung

Der Anbieter implementiert technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) nach dem Stand der Technik gemäß den geltenden Datenschutzvorschriften, um Kundendaten vor unbefugtem Zugriff oder Verlust zu schützen.

Der Anbieter führt tägliche inkrementelle Backups der Kundenumgebung durch, um die Datenintegrität sicherzustellen.

Der Kunde ist allein verantwortlich für Daten, die er vorsätzlich über die Benutzeroberfläche oder Automatisierungsregeln aus der Software löscht.

6. Datenrückgabe und -löschung

Auf Wunsch des Kunden und spätestens bei Beendigung des Vertrages stellt der Anbieter einen Export der gespeicherten Kundendaten in einem Standardformat (JSON oder CSV) zur Verfügung.

Dreißig (30) Tage nach Beendigung des Vertrages oder dem endgültigen Datenexport wird der Anbieter die Kundendaten dauerhaft und unwiderruflich löschen (Hard-Deletion), es sei denn, der Anbieter ist gesetzlich verpflichtet, bestimmte Daten länger aufzubewahren (z. B. für steuerliche oder buchhalterische Zwecke).

7. Pflichten des Kunden

Der Kunde ist dafür verantwortlich, seinen Nutzern (Agenten) geeignete Hardware und Netzwerkverbindungen zur Verfügung zu stellen.

Zugangsdaten sind streng vertraulich zu behandeln. Der Kunde muss eine Richtlinie für sichere Passwörter für alle autorisierten Nutzer durchsetzen (mindestens 8 Zeichen, einschließlich Sonderzeichen und Zahlen).

Der Kunde verpflichtet sich, keine rechtswidrigen Inhalte zu verarbeiten oder zu speichern, keine Rechte Dritter zu verletzen und die Software nicht zur Verbreitung von Malware oder Spam zu nutzen. Darüber hinaus darf die Software nicht als File-Sharing-Netzwerk missbraucht werden.

Stellt der Anbieter missbräuchliche oder rechtswidrige Aktivitäten fest, behält er sich das Recht vor, das Konto des Kunden ohne Vorankündigung vorübergehend zu sperren und den Kunden unverzüglich über die Sperrung zu informieren, damit Abhilfemaßnahmen ergriffen werden können.

8. Geistiges Eigentum

Trusq und alle damit verbundenen geistigen Eigentumsrechte sind das ausschließliche Eigentum des Anbieters oder seiner Lizenzgeber.

Für die Dauer des Vertrages erhält der Kunde ein nicht-exklusives, nicht-übertragbares, weltweites Recht zur Nutzung der Software für interne geschäftliche Zwecke.

Der Kunde darf die Plattform nicht unterlizenzieren, vermieten oder Dritten zur Verfügung stellen, ausgenommen für eigene Mitarbeiter oder autorisierte Freelancer, die in seinem Auftrag handeln.

9. Geheimhaltung

Beide Parteien verpflichten sich, alle geschäftlichen und technischen Informationen der jeweils anderen Partei, die im Zusammenhang mit der Durchführung des Vertrages bekannt werden, streng vertraulich zu behandeln und nur für die im Vertrag definierten Zwecke zu nutzen.

Diese Verpflichtung gilt nicht für Informationen, die bereits öffentlich bekannt sind, die der empfangenden Partei bereits ohne Vertraulichkeitsverpflichtung bekannt waren oder die aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung oder einer gerichtlichen/behördlichen Anordnung offengelegt werden müssen.

Der Anbieter ist berechtigt, den Kunden als Referenzkunden auf seiner Website oder in Marketingmaterialien zu nennen, es sei denn, der Kunde widerspricht dem aus berechtigtem Grund schriftlich.

10. Preise und Zahlungsbedingungen

Das Entgelt richtet sich nach der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültigen Preisliste des Anbieters, sofern keine individuelle Preisvereinbarung getroffen wurde. Alle genannten Preise sind Nettopreise zuzüglich der jeweils geltenden Umsatzsteuer.

Zahlungen sind im Voraus nach Rechnungsstellung fällig. Das Standard-Zahlungsziel beträgt vierzehn (14) Tage ab Rechnungsdatum. Kunden können per Kreditkarte oder SEPA-Lastschrift zahlen.

Im Falle des Zahlungsverzugs ist der Anbieter berechtigt, eine Verzugspauschale in Höhe von 40,00 € gemäß § 288 Abs. 5 BGB zu verlangen. Das Recht zur Geltendmachung eines weiteren Schadens bleibt unberührt. Darüber hinaus wird für fehlgeschlagene Lastschriften aufgrund mangelnder Deckung eine Rücklastschriftgebühr in Höhe von 20 € erhoben.

Der Anbieter kann die Preise anpassen, um nachweisbare Kostensteigerungen (z. B. Änderungen im Lohnindex der IT-Branche gemäß Statistischem Bundesamt) abzubilden. Die Kunden werden vorab informiert und haben das Recht, den Vertrag fristlos zu kündigen, wenn sie der Preiserhöhung nicht zustimmen.

11. Laufzeit und Kündigung

Sofern nicht anders vereinbart, haben Serviceverträge eine anfängliche Mindestlaufzeit von einem (1) Jahr.

Der Vertrag verlängert sich automatisch um den gleichen Zeitraum, sofern nicht eine der Parteien die Kündigung mit einer Frist von zwei (2) Monaten vor dem Verlängerungsdatum schriftlich erklärt.

Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.

Kunden können ihr Abonnement jederzeit upgraden. Downgrades oder Reduzierungen von Agentenplätzen werden erst zu Beginn des nächsten Verlängerungszyklus wirksam.

12. Gewährleistung und Service Level

Der Anbieter gewährleistet, dass die Software im Wesentlichen gemäß ihrer Spezifikation funktioniert.

Der Anbieter klassifiziert Mängel wie folgt:

Die verschuldensunabhängige Haftung für bei Vertragsschluss vorhandene Mängel gemäß § 536a Abs. 1 BGB wird ausdrücklich ausgeschlossen.

13. Haftungsbeschränkung

Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden, die durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht wurden, sowie für gesetzlich zwingende Haftungsfälle wie Verletzungen des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit und nach dem Produkthaftungsgesetz.

Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur, wenn eine wesentliche Vertragspflicht (Kardinalpflicht) verletzt wurde. In diesem Fall ist die Haftung auf die für diesen Vertragstyp typischen vorhersehbaren Schäden begrenzt.

Die Haftung für Datenverlust bei einfacher Fahrlässigkeit ist auf die typischen Wiederherstellungskosten begrenzt, die angefallen wären, wenn der Kunde seine Daten ordnungsgemäß und regelmäßig außerhalb der Plattform gesichert hätte.

14. Änderungen der AGB

Der Anbieter kann diese AGB aktualisieren, wenn ein berechtigter Grund vorliegt (z. B. Gesetzesänderungen oder Änderungen in der technischen Leistungserbringung) und die Änderungen den Kunden nicht unangemessen benachteiligen.

Die Kunden werden mindestens sechs (6) Wochen vor Inkrafttreten der Änderungen schriftlich benachrichtigt. Widerspricht der Kunde den Änderungen nicht bis eine Woche vor deren Inkrafttreten, gelten die Änderungen als akzeptiert.

15. Sprachregelung und Kommunikation

Diese AGB werden in deutscher und englischer Sprache bereitgestellt. Bei Unstimmigkeiten oder Streitigkeiten über die Auslegung einzelner Klauseln ist die deutsche Fassung („AGB") rechtlich bindend und vorrangig.

Die offizielle Kommunikation zwischen den Parteien erfolgt in deutscher oder englischer Sprache.

16. Schlussbestimmungen

Ansprüche gegen den Anbieter dürfen ohne vorherige schriftliche Zustimmung nicht an Dritte abgetreten werden.

Es gilt ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland.

Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus dem Vertragsverhältnis ist Nürnberg, Deutschland.